Einweihung Brücke

Brückeneinweihung an der Laufenmühle

Artikel aus der »Welzheimer Zeitung« 

Spätsommerfest an der Laufenmühle mit einer Brückeneinweihung: Was tun Gäste, Betruer und Betreute der Laufenmühle, wenn es pünktlich zum diesjährigen Spätsommerfest in Strömen regnet? Sie rücken näher und lassen sich die Festtagslaune nicht verderben. So fanden die zahlreichen Aktionsangebote zahlreichen Zulauf: Da wurden zart duftende Blütenseifen gefertigt, Papier gefärbt und Insektenhotels gebaut. Regenpausen lockten manch einen hoch hinauf in die Kletterbäume oder die Kleinen oder weniger Wagemutigen in den Niedrigseilparcours. An der überdachten Feuerstelle backten Kinder knuspriges Stockbrot – kaum wurde ein Platz frei, war er schon wieder besetzt.

Mit großer Aufmerksamkeit lauschten nebenan in der Jurte Klein und Groß den lebhaften Erzählungen von Armin Rauser, der mit dem nordischen Märchen »Der weiße Bär König Valemon“ Figuren und Bilder vor dem inneren Auge erstehen ließ. Fast wie das Verteilen von Streicheleinheiten wirkte das Filzen der »GrundSteine« – bei dem Handgroße Flusskiesel eine farbenfrohe, wärmende Filzhülle umgelegt bekamen. Hauptprogrammpunkt gab es dann noch einige, die sie in der Zeitung nachlesen können.

Eine Brücke zu den Sinnen.

Hauptprogrammpunkt war die feierliche Einweihung der das untere Gelände überspannende Brücke mit weiteren Sinnesstationen, die auch von Rollstuhlfahrerern den einfachen Ortswechsel zwischen Tier-Oase, Cafe-Restaurant »molina« und der Roten Achse ermöglichte. Wie der Zimmermann Joachim Franz auf heitere Weise ausführte, konnte nach zweimonatiger Planungszeit mit der Umsetzung eines sich sanft schlängelnden Bauwerks begonnen werden, welches die Kriterien »sauber gschafft«, »zeitgerecht fertiggestellt« und »von Betreuten und Gästen aufs Beste angenommen« zweifelsohne erfüllt. Der Dank gilt allen Spendern, allen voran der Software-AG-Stiftung und dem Brückenbauer Schaffitzel, die durch ihre großzügige Unterstützung die Umsetzung dieser Version erst ermöglicht haben. Mit dieser Brücke kann der Nachteil eines für Rollstuhlfahrer ungeeigneten Geländes in einem mit einem besonderen Reiz umgewandelt werden.

Umrahmt von musiklischen Beiträgen von Betreuten rund um das Motiv der Brücke, wurde es ein feierlicher Festakt, an dem auch der Welzheimer Bürgermeister Thomas Bernlöhr teilnahm. »Jetzt machen wir noch was Schönes! Jetzt beginnt eine FÜhrung durch das Erfahrungsfeld … « beschloss eine Familie und viele Interessierte schlossen sich an.  Andere Gäste wiederum machten sich daran, herauszufinden, warum in der einrichtungseigenen Kaffeerösterei »el molinillo« auch das Gehör wachsam sein muss, um einen außergewöhnlich hochwertigen Bio-Arabica-Kaffee zu erhalten. Gleichzeitig wurden den Gästen bei einer Führung der neu entstandene Garten des Förder- und Betreuungsbereiches, die Werkstätten und eine Wohngruppe der in der »Christopherus Lebens- und Arbeitsgemeinschaft« betreuten Menschen gezeigt und deren Konzept – der Erhalt und die Förderung der Fähigkeit, am Arbeitsleben teilzunehmen – nachvollziehbar erläutert.

Der Verbindungssteg - oder des s' Brickle

Um halber achte morgens, do schellt mei Telefo,
dr Chef vom Christopherusheim war droa.
Er said er hoat a Visio, a Brickle muss her,
von doa noach doa..

I fahr glei do nonder und glotz mer des a,
des Br’ickle von doa noach doa.
Ond mi trifft glei dr Schlag do hinda ins Gnick,
des isch doch koi Brickle des isch a Brick.

Glei,,?O mederlang soll se wera, oi auf ond oi ab,
aber jo net mehr Gfäll als 6 l’o, für an Rollstuhl gmacht.
Sie soll sich schlägla übers Däle in am großer S,
aus Holz soll se sei das i des net vergess.

Ferdig soll se am 01.04.sei, kosta solls nix ond sauber gschafft.

S‘ Fundament said er, mach mer selber, do hemmer a guada Kraft,dr
Maurermeister Franz, der hot scho ganz andere Sacha gschafft.

Zuerst muss a Statik her, des hab i scho gahnt,
120 Seida sens wora, des ich koi Glick,
an Gruß vom Herrn Dostojewski,
seine Bücher, die send halb so dick.

Ond Leid Ia, noch zwoi Monat geplane ond do,
doa rollad 6 38-Toner a,
an Mega Kran ond dr Zemmermo.
Ond Leidia des erschte Doil war no net fescht,
da kommt scho dr Chef ond trampelt drauf rom, echt!
A Grinsa ond a Leichtda im Gsicht, d‘ Sonn hot sich glei verzoga,
dera wars z‘ hell o‘ gloga.

Bei jedem Brickadoil die gleich Zeremonie,
dr Chef der drauf romdrampld, des gaubd ihr mir nie.
Mir hend scho die Befürchtung ket, mit dem Sodabelag
das mr den nomal nei macha missad zum Eröffnungsdag.

Mathematisch gseha, isch a Brickle a oifacha Sach,
uff dr Bruchstrich oba, da komm a Vision,
geteilt durch Franz im Quadrat, in Klammer hoch zwo.
s‘ Ergebnis isch‘ s Brickle von doa noch doa,
geadelt in schwäbischer Sproach.

Ond wer nix verstanda hat von meim Gschwätz,
den lad i auf a Glas Wei ins Molina ein.
Do geits a Translation in hochdeitsche Sätz,
von meim Geplapper ond meim Gschwätz.

Leidla, neilich um halber achte morgens, doa schellt mei Telefo,
dr Chef von Christopherusheim war droa,
er said er hot a Visio, a Hotel muss her, von doa noch doa,
ond wia so was goat, des wisseter jetzt joa.

Der Bau der Brücke

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